Der Rechte Weg
Der Rechte Weg
Einreichende Gruppe: Gymnasium Winsen
Projektzeitraum: November 2024 bis Februar 2025
Anzahl der Teilnehmenden: 3
Alter der Teilnehmenden: 18 bis 19 Jahre
Art des Projektes: Film
Im Rahmen eines Kurzfilms setzen sich die Schülerinnen mit dem erstarkenden Rechtsruck in Europa auseinander. Sie entwickelten ein Zukunftsszenario, das Unsicherheit, Angst sowie gesellschaftliche und ökologische Krisen wie Klimawandel oder Nahrungsknappheit thematisiert. Entstanden ist das Projekt im DSP-Unterricht als Beitrag zum Europäischen Wettbewerb unter dem Modul „Europa – sozial und sicher?“. Von der Ideenentwicklung über Drehbuch, Schauspiel, Kameraarbeit und Schnitt übernahmen die Jugendlichen alle Schritte selbst – meist außerhalb des Unterrichts. Trotz zeitlicher und technischer Hürden entstand ein eindrucksvoller Film, der politische Wachsamkeit fordert und durch seine kreative Umsetzung überzeugte. Beim schulinternen Filmwettbewerb erreichte der Beitrag den 2. Platz.
Laudatio der Jury:
„Den Hauptpreis in der Altersgruppe 16 bis 20 Jahre verleihen wir heute an ein Projekt, das mit beeindruckender Konsequenz eine klare Idee verfolgt. Der Film zeigt eine autoritäre Gesellschaft, die leider gar nicht so fern scheint, und warnt eindrücklich vor den Gefahren rechter Radikalisierung und politischer Abschottung. Er stellt die Frage: Welche Konsequenzen haben Nationalismus und Abschottung in Europa? Was bedeutet es für die Wirtschaft, die Medienlandschaft – und insbesondere für das Wohl jeder einzelnen Person? Besonders beeindruckt hat die Jury die Erzählweise, mit der diese komplexen gesellschaftlichen Veränderungen spürbar gemacht werden: Über Nachrichten und Medien wird die Veränderung der Gesellschaft erzählt, während sich das Leben der Protagonistin nur in den eigenen vier Wänden abspielt. Der Wandel wird greifbar – erst im eigenen Kühlschrank, durch äußere Umstände, bis es schließlich an der Tür klopft, und der Moment kommt, in dem man selbst nicht mehr wertvoll genug für diese Gesellschaft ist. Was die Jury filmisch besonders begeistert hat, ist die Ästhetik, mit der dieses Thema umgesetzt wurde: Die Kamerafahrt zur „Ave Maria“ im Intro, das Abheben des Tonkopfes vom Plattenspieler, während die Musik verstummt – hier wird bereits im ersten Moment über Filmsprache erzählt, worum es in diesem Film geht. Der Zuschauer wird eingeladen, das Thema zu spüren, noch bevor es ausgesprochen wird. Das ist große Erzählkunst. Dieser Film ist nicht nur ein Projekt, sondern eine Mahnung und ein Appell an uns alle, genau hinzusehen, welche Wege wir als Gesellschaft gehen – und welche Konsequenzen sie für jeden Einzelnen haben. Traditionell steht das Sprichwort „der rechte Weg“ für den richtigen, moralischen Weg. Doch dieser Film zeigt uns, was geschieht, wenn eine Gesellschaft glaubt, der „rechte Weg“ sei der Weg der Ausgrenzung und Radikalisierung. Und er erinnert uns daran, dass wir alle Verantwortung dafür tragen, welchen Weg wir wählen. Für diesen Mut, diese Klarheit und die künstlerische Umsetzung verleihen wir heute den Hauptpreis für den Film „Der Rechte Weg“. Herzlichen Glückwunsch zu dieser herausragenden Arbeit!“